Dieſe blitzſchnell auftauchenden Gedanken ließen die Lady einen Augenblick ihre Klugheit vergeſſen und da⸗ mit die Abſicht, den Pflanzer während dieſes verfäng⸗ lichen Beſuchs ſtets einige Schritte von ſich fern zu halten.
Sie reichte ihm ihre Linke hin, aber ein inſtinkt⸗ artiges Gefühl trieb ſie zugleich, die Rechte an dem verborgen gehaltenen Revolver zu laſſen.
„Leben Sie wohl, Sir'“, ſagte ſie,„ich werde Ihnen eine Locke ſenden, ſobald ich ſehe, daß Sie Wort ge⸗ halten!“
Gaunt näherte ſich ehrerbietig, ergriff die Hand und küßte ſie. Miſtreß Clairville ſtand einen Moment ein wenig vornübergebeugt, die Lockenfülle umfloß Schul⸗ tern und Buſen. Indem Gaunt's Lippen die Hand verließen und er das Haupt erhob, berührten jene flüchtig das anmuthig geringelte Haar, als wollten ſie auch dieſes küſſen.
Plötzlich fühlte die Lady einen haſtigen Griff, der ihrem Haupte galt.
Sie wich zur Seite und ſtieß den Pflanzer heftig von ſich.
Dieſer aber hielt den falſchen Lockenſchmuck bereits in der Hand.
„Fürwahr“, rief er höhniſch,„Sie ſind zu freigebig gegen Ihren Verehrer, Ma'am!“


