201 Richard faltete den Brief und ſchob ihn in die Bruſt⸗
taſche ſeines Rockes.
Dann ſagte er zerſtreut:„Kommen Sie, Freund. Die Sonne iſt untergegangen und Gouverneur Geary erwartet uns zum Thee. Laſſen Sie mich mein Herz unterwegs erleichtern.“
Richard ſchob ſeinen Arm unter denjenigen des Hauptmanns. Die Freunde verließen den Hafendamm und ſchritten langſam der Stadt zu.
Obwohl es Mitte Januar war, glich hier im Süden doch die Temperatur derjenigen eines milden Sommer⸗ abends der Nordſtaaten. Die Gebüſche prangten im herrlichſten Grün, farbenſprühende Blumen ſchmückten die Beete der Gärten Savannahs.
Richard blickte eine Weile ſorgenvoll vor ſich hin, bevor er wieder das Wort nahm. Osmond hielt es nicht für angemeſſen, ihn durch Fragen ſeinem ernſten Brüten zu entreißen. 3
Endlich ermannte ſich der Major.
„Der Brief, den ich erhalten“, ſagte er aufblickend, doch ernſt wie zuvor,„iſt von meinem Schwager, dem General Lovett.“
„Ich errieth es!“
„Er ſchreibt mir in den freudigſten Ausdrücken, daß ſeine Frau ihm einen kräftigen Sohn geboren.“


