223
weiß, was ihn die Stunde verſäumen ließ, denn kommen wird er, deſſen bin ich ſicher! Wenn man Dich hier fände— fort, fort!“
Die bleiche Frau zog den Taumelnden zur Schwelle der offenſtehenden Thür.
Da fuhren Beide mit einem Auſſchrei zurück.
Aus dem Dunkel der Vorhalle tauchten Geſtalten auf.
In nächſter Sekunde ſtürzte ein Mann an der Gräfin und dem Sekretär vorüber zum Bette, und ſank aufjammernd darüber hin. Dieſer Mann war Karl.
Auf der Schwelle der Thür aber erſchienen ein Polizeibeamter und mehrere Dorfwächter.
„ Wohin?“ donnerte der Polizeibeamte dem ſchul⸗ digen Paare entgegen.
Schwarz hatte alle Faſſung verloren. Sein Blick ſchweifte unſtät und verſtört bald zu den Eintretenden, bald zu dem jungen Grafen, der das Antlitz der blutigen Leiche mit ſeinen Thränen benetzte.
Wie hatte ſich der arme Karl in furchtbarer Seelenangſt beeilt, und doch war er zu ſpät hieher ge⸗ kommen, zu ſpät, ſeinen Vater zu retten. Der Kutſcher hatte die Pferde laufen laſſen, was ſie nur konnten, in raſender Haſt war Karl beim Dorfgerichte erſchienen, mit wenigen flüchtigen Worten hatte er alles gemeldet, Beamter und Wächter waren ſogleich zur Hand geweſen, man hatte keine Sekunde unnütz verloren und war


