Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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Die Fenſter des alten Pavillons, ſowohl die eben⸗ erdigen als auch jene des erſten Stockes, waren durch hölzerne Jalouſien dicht verſchloſſen, und nur die Glas⸗ thür, welche auf den Balkon hinaus führte, hatte man nicht in ſolcher Weiſe verwahrt. Indem Bülow ſeinen Blick über die ihm entgegenſtehende Fronte des Gebäu⸗ des ſchweifen ließ, war es ihm, als ſcheine durch die Ritzen der Parterrejalouſien ein ſchwacher Lichtſchimmer.

Und nun ſah Bülow, wie Jemand die Thür öffnete, und Schwarz in den Pavillon verſchwand.

„Alles was dieſer Schwarz unternimmt, kommt mir verdächtig vor, ich kann mir nicht helfen!“ murmelte Bülow.—„Wohnt er hier, oder hat er hier eine ge⸗ heime Zuſammenkunft? Das erſtere kann kaum der Fall ſein, zumal es heißt, daß der alte Graf ſehr krank ſei. Und ein Rendez⸗vous? Sollte die Gräfin ſich hier von den Schritten ihres Abgeſandten Rechenſchaft ablegen laſſen? Warum das aber in dieſem verſteckten Pavillon?“

Dem jungen Manne ging die Entwendung des Dolchmeſſers von Neuem durch den Kopf.

Schon ſchickte er ſich an, bis zu einem der Fenſter zu ſchleichen, und zu verſuchen, ob er nicht durch die Ritzen der Jalouſien ſehen könne, wer ſich mit dem Sekretär im Pavillon befinde, und was dort vor ſich gehe, als er plötzlich an dieſem Vorhaben durch den Umſtand verhindert ward, daß eine Perſon das alte

Adolf Schirmer. Ein Familiendämon. II. 12