Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

176

ich weiß, wohnt daſelbſt weder der Sekretär Schwarz noch ſonſt Jemand.

Wie ein Schatten glitt Bülow an den Bäumen entlang, deren Gezweige hier zu rieſigen Laubwänden zugeſtutzt war. Er erreichte den Rand des Platzes in demſelben Augenblicke, als Schwarz an die Thür des Pavillons pochte.

Bülow zog ſich in den tiefen Schatten zurück und ſtarrte lauernd auf den Pavillon.

Dieſer war eines jener kleinen verwitterten, im Rococcoſtyl erbauten Gebäude, wie man ſie noch bis⸗ weilen in fürſtlichen Gärten antrifft. An dem runden Kupferdache, über dem Geſimſe, führte ein niedriges, ſteinernes Geländer entlang, und die Mauern, nament⸗ lich über den Simſen der Thür⸗ und Fenſterwölbungen, waren mit allerlei Steinzierrathen überladen.

Der Pavillon hatte obendrein einen plumpen ſtei⸗ nernen Balkon. Eine Art Veranda, modernen Urſprungs, überragte denſelben. Die Veranda war aus Holz, mit Schnitzwerk überladen, und ſtieg vom Geländer des Balkons bis zu der Baluſtrade empor, welche das ge⸗ wölbte Kupferdach umgab. Der Pavillon war, wie vor⸗ hin erwähnt, ſtockhoch, und er enthielt vier bis fünf marmorgetäfelte, im Geſchmacke der Renaiſſance herge⸗ richtete Zimmer, ſo daß er mehr einem barocken Wohn⸗ gebäude, als einem Luſthauſe glich.