Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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gen Mann und ſeinen Vater. Der Zufall oder die Vor⸗ ſehung fügte es, daß die kleine Comteſſe gerade um jene Zeit ihre Gouvernante verloren hatte. So trug denn der Graf dem Mädchen die Stelle einer Er⸗ zieherin bei der Kleinen an, und die Fremde nahm das Anerbieten mit Freuden entgegen. Sie fuhr direkt mit nach Schloß Heiligenbrunn, und trat von Stunde an in den kleinen friedlichen Kreis ein. Wer hätte ahnen können, daß dieſes anſcheinend ſchüchterne, demüthige Geſchöpf der Familie ein böſer Dämon werden würde?“

Walter ſchwieg einen Augenblick, wie von düſteren Erinnerungen überwältigt.

„Und wie ward ſie das?“ bemerkte Bülow nach kurzem Zögern.

Walter fuhr ſich mit der Hand über die Stirn.

„Sie werden das ſogleich hören!“ ſagte er.„In weniger als vierzehn Tagen hatte die jugendliche Gou⸗ vernante ſich die Herzen Aller erobert, vom Grafen bis hinab zum niedrigſten Lakaien. Nur Einer mißtraute ihr von Anfang an, und das war jener alte Diener, deſſen ich vorhin erwähnte. O, hätte der junge Graf nur auf die ehrerbietige Warnung des wackern Alten gehört, aber er wies mehr als einmal den treuen Diener zornig von ſich,— der junge Thor war erſt zwanzig Jahre alt, er erfuhr durch die raffinirte Erzieherin ſei⸗

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