Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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fährte fragend und einigermaßen verwundert anblickte, „vor Jahren kennen!“

„Und Sie ſahen dieſe Dame heute zum Erſten⸗ male wieder?“ bemerkte Bülow.

„Ja, ſeit nahezu zehn Jahren,“ war die Antwort, „ſeit jener unſeligen Kataſtrophe!“ ſetzte Walter faſt mur⸗ melnd hinzu.

Bülow horchte auf.

„Seit welcher Kataſtrophe?“ fragte er.

„Seit dem Tage, der Vater und Sohn für ewig von einander trennte!“

„Wie? Sie waren Zeuge—?“

„Zeuge— ja, ja! Zeuge jener herzzerreißenden, durch dieſe Dame herbeigeführten Scene,— jener un⸗ glückſelige junge Mann und ich— wir waren die innigſten Freunde—!“

Bülow blickte den Sprecher ſcharf und forſchend an.

Dann ſagte er langſam:„Darf man erfahren, wie ſich das alles ereignet hat, mein Freund?“

„Gewiß!“ erwiderte Walter und ſann einen Augen⸗ blick nach. Dann begann er im ruhigen Tone des Er⸗ zählers:„Es iſt jetzt zehn Jahre her, da kehrte der Graf Hohenfeld mit ſeinem einzigen Sohne, den er nach den vollendeten Studien desſelben von der Univerſität

abgeholt hatte, nach dem Schloſſe Heiligenbrunn zurück, 3

Adolf Schirmer. Ein Familiendämon. II.

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