Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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„Was Sie ſagen! Ich habe von dieſer Dame ſchon gehört—“

„Wirklich?“

„Seit meinem Hierſein ſprach man mir einigemale von ihr. Man ſagte mir, ſie gebe in ihrer Villa ſehr geſuchte Soireen, ſogenannte äſthetiſche Cercles. Auch hörte ich, die Dame verfolge eine etwas pietiſtiſche Richtung—“

„Wahrhaftig? Das hörten Sie?“

„Ja, mein Freund. Und eben deshalb gab ich bis zur Stunde noch nicht den Empfehlungsbrief ab, welchen ich an den Grafen Hohenfeld mit mir führe,— ich bin kein Freund äſthetiſcher Thees und pietiſtiſcher Komödien! Aber, bei Gott, hätte ich gewußt, daß er eine ſo ſchöne Tochter beſitze, ich würde meine Karte längſt bei dem Grafen abgegeben haben!“

„Sie hörten alſo Einiges über die gräfliche Familie?“

„Nichts mehr, als was ich Ihnen ſoeben ſagte. Der Graf, wie ich vernahm, ein alter Herr, ſoll recht lie⸗ benswürdig ſein. Sie kennen ihn, oder kannten ihn

früher?“ „Ich verkehrte vor zehn Jahren und früher viel mit ihm. Er war ein Ehrenmann,— und das iſt er

ſicher noch. Aber in ſeiner Anſchauungsweiſe, ſeinen