eigenthümlich zu ihrem weißen, faſt durchſichtigen Teint und einer gewiſſen Abgeſpanntheit der Geſichtszüge. Sie lehnte ſich nachläſſig im Wagen zurück, und ſchien aus⸗ ſchließlich dem ſchönen Knaben, der ihr gegenüberſaß, ihre Aufmerkſamkeit zuzuwenden, wenngleich ihr aus⸗ drucksvoller Blick beſtändig nach allen Richtungen hin über die geputzte Menge ſtreifte.
Die andere Dame war ein junges Mädchen von ſiebenzehn Jahren, im vollen, blendenden Jugendſchmuck. Ihr Antlitz war durchaus nicht regelmäßig geformt, doch verlieh ihm eine Friſche und Lieblichkeit jenen Zauber, der auf die Dauer ſtets den Sieg über die kalte, ge⸗ regelte Schönheit davonträgt. Die blauen Augen däm⸗ merten voll Innigkeit empor, die faſt über das Eben⸗ maß hinaus emporſchwellenden Lippen, von einem ge⸗ winnenden Lächeln umſpielt, verkündeten eine ſinnlich ſchuldloſe Natur, und die Lebhaftigkeit, die unverhehlte Neugier, das freudige Staunen, mit denen ſich das an⸗ muthige Köpfchen hier und dorthin wendete, enthüllte ein lebensfriſches, unbefangenes Gemüth, das nur der Gelegenheit zu warten ſchien, in Frohſinn überzuſprudeln. Doch hätte der genaue Beobachter bemerken können, daß dieſe harmloſe Freudigkeit, die das niedliche Antlitz wider⸗ ſpiegelte, um Vieles ſich dämpfte, wenn das junge Mäd⸗ chen, was oft geſchah, den Blick auf ihre ältere Ge⸗


