26
fährtin richtete. Dieſer Blick nahm dann gewiſſermaßen einen Ausdruck der Scheu und Unterwürfigkeit an, in⸗ deß die Züge faſt ihr kindlich Harmloſes einbüßten, und eine gewiſſe Zaghaftigkeit ſie umwob, zu der das Lächeln wenig ſtimmte, das dennoch die üppigen Lippen nicht verließ.
Die Equipage kam langſam dahergerollt.
„Was gibt'’s?“ fragte Walter den jungen Baron, der keinen Blick von den Damen wendete.
„Welch' ein reizendes Geſchöpf!“ rief Bülow.
„Wo denn?“
„Dort in jener offenen, mit Rappen beſpannten Kaleſche,— ſehen Sie denn nicht?“
Walter erblickte die Damen. Er wechſelte die Farbe..
Bülow hatte eine Antwort erwartet. Als ſein Gefährte aber ſchwieg, da ſchaute er ihn an, und be⸗ merkte nun ſein plötzliches Erblaſſen.
„Um Gottes willen, was iſt Ihnen?“ rief er be⸗
troffen.
„Nichts, nichts!“ entgegnete Walter, ſichtlich verſtört.
„Aber Sie ſind bleich, Sie zittern! Iſt Ihnen unwohl?“


