Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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leicht für immer den Farbenſchmelz des Gemüthes vom Herzen ſtreift. Wenn Bülow auch bisweilen, wie wir es vorhin geſehen haben, das Benehmen und die Sprach⸗ weiſe eines raffinirten Dandys nachahmte, ſo war dies nur eine jener Unarten, welche nicht im Gemüthe wurzeln, und die nur beweiſen, daß auch der Menſch von Empfindung und Seelenadel nicht immer den Staub der eitlen, nichtigen Stutzerwelt von ſeinen Füßen zu ſchütteln vermag.

Walter erkannte, trotzdem das Weſen Bülow's bis⸗ weilen über dieſen täuſchen konnte, den Fond ſeines Herzens, und ſchloß ſich ihm theilnahmvoll an, wenn⸗ gleich er in dieſer Theilnahme noch nicht ſo weit ging, den jungen Mann zum Vertrauten ſeiner innerſten Em⸗ pfindungen zu machen.

Und Bülow wiederum, der mit jenem, im Allge⸗ meinen dem Norddeutſchen eigenen Vorurtheile, welches den Mittel⸗ und Süddeutſchen Tiefe und ſittlichen Ernſt abzuſprechen pflegt, nach D. gekommen war, imponirte der ſtille Walter nicht allein durch ſeine entſchiedene, männliche Haltung, ſeine gediegenen, achtunggebietenden Grundſätze, ſeine Menſchenkenntniß und ſeine geiſtvolle Urtheilskraft, ſondern er fühlte ſich auch wahrhaft zu ihm hingezogen, denn er ſagte ſich vom Anfang ihrer

egegnung an, daß unter der ſtarren Hülle des ernſten