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belebender, warmer Hauch zog wie ſüßer Liebesodem an tauſend Blumenwangen dahin.
Es war ein Feiertag der Natur, weiße Wölkchen glitten verſtohlen am tiefblauenden Horizont nieder— holde Liebesbriefchen, die der lächelnde Himmel heimlich der feſtlich prangenden Erde zuſteckte, ein Tag war's, dem großen Ocean des Weltalls gleich einem reinen Gottgedanken entſtiegen, und ein Frieden neigte ſich über die Schöpfung und blickte ſie an, wie ein zärtliches Mutterauge das lächelnde Kind.
Und inmitten der reizenden Hügelketten, von der manche anmuthige Villa herniederglänzte, lag die Re⸗ ſidenz, an den blitzenden neben ihr hinrauſchenden Strom ſich lehnend, wie eine im friſchen Grün an munterer Quelle wollüſtig gelagerte Schöne.
Die Maiſonne vergoldete nicht allein die zahlreichen Giebel der Stadt, weder Dunſt noch Nebel über ihnen duldend, ſie ſenkte auch ihre verklärenden Strahlen bis in die engſten Gaſſen und auf das bunte ſtädtiſche Ge⸗ treibe, vor Allem aber in die Herzen der Menge, die unter dieſen Giebeln dichtete und trachtete, ſtrebte, träumte und rang. Mit zarten Goldnetzen zog ſie die Herzen hinaus in's Freie.
Und ſo entquoll denn den Gaſſen, namentlich jenen, die nach dem Parke der Reſidenz hin lagen, in . 1*


