223
Punkte nie Urſache haben möge, mich über Dich zu erheben!— Und nun, mein Lieber, verderben wir uns den Abſchied nicht durch allerlei Hin⸗ und Herreden. Sagen wir einander lieber noch zum Schluſſe, was den Herzen wohlthut! Ich werde recht fleißig an Heili⸗ genbrunn denken! Ihr laßt mich ungern ziehen, ſagt Ihr, das freut mich innig, und— Ihr mögt mir's glauben— ich gehe ungern.“
„Alle Wetter, weßhalb bleibſt Du dann nicht hier?“ unterbrach ihn der Graf ungeduldig,„Du biſt Dein eigener Herr! Weil Du ſo treibſt von hier fortzu⸗ kommen, kann ich nur annehmen, daß Dich hier irgend etwas verletzte, Dich Jemand beleidigte!— Iſt Dir etwas geſchehen?“
Der Graf blickte den Sohn und dann die Anderen ſeiner Umgebung an.
Die Gouvernante verzog keine Miene, ſie hielt nur die Lippen etwas feſter als gewöhnlich zuſammengepreßt.
„Nicht doch, Liebſter,“ erwiderte der kleine Baron
lächelnd und verlegen, wie zuvor—„Deine Vorausſetzung
iſt eine völlig falſche.“ „So ſage wenigſtens ernſtlich, warum Du reiſeſt?“ „Ich gehe— weil— ſiehſt Du, weil ich muß! Es iſt nun einmal ſo— es liegt für mich in der Luft, in— was weiß ich—!“


