Weiſe Ideologe, Phantaſt und verachtet eine ruhige Ueberlegung und den Segen der Lebenserfahrung! Dich, Schwager Melchior, zu beſſern, möchte ich mich nicht anheiſchig machen, denn Du biſt ein altes Kind, aber der Karl ſoll bei uns künftig in die Schule gehen, und da iſt's wahrhaftig am Ende das Beſte, ſolch ein Onkel Mondſchein hat keine Gelegenheit, mir drein zu reden!“
Der Graf ſprach dieſe Worte in ſehr heiterer Weiſe, aber es war doch eine gewiſſe Beſtimmtheit in einem Tone bemerkbar, die darauf ſchließen ließ, daß dieſer kleine Sermon im Grunde doch ernſt gemeint und dem Sohne ein Wink ſei.
Karl blickte ſtill vor ſich hin, wie Jemand, der ſich einen Zwang auferlegt. Der Onkel Mondſchein aber zeigte ſein gutherzigſtes Geſicht..
„Liebſter Schwager,“ antwortete erbeinahe demüthig, „ich weiß ſehr wohl, daß ich in vielen Dingen unver⸗ beſſerlich bin und praktiſcher ſein könnte, beſonders da, wo es ſich um Gefühle handelt. Mich tröſtet nur Eins,“ ſetzte er lächelnd hinzu und zwar ohne Bitterkeit,— „wahrhaftig, nur Eines, und das iſt, daß es in entſchei⸗ denden Augenblicken viele jener guten Leute, die ſich einer beſonnenen, praktiſchen Lebenserfahrung rühmen, nicht um ein Haar beſſer machen, als ich! Dir, mein guter Schwager, will ich wünſchen, daß ich in dieſem


