in wildem Zorn eine ſchlechte Kanaille getödtet, das iſt wahr, einen Verbrecher, der zu ſterben verdiente, und der früher oder ſpäter in's Zuchthaus gekommen wäre, hätte ich ihn nicht abgethan,—“
„Ja, Martin, und darum ſehe ich auch in Dir keinen Mörder, ſondern ein Werkzeug der ſtrafenden Gerechtigkeit Gottes— Du konnteſt eine abſcheuliche Handlung jenes Menſchen, der in der Welt für ehren⸗ haft galt, nicht ruhig mit anſehen, er fiel durch Dich. Hier leitete Dich, obwohl unter ſchlechtem, verrufenem Volk verwahrloſt aufgewachſen, ein Inſtinkt für Recht, er ließ Dich freilich nach einem ſtrafwürdigen, entſetz⸗ lichen Mittel greifen, aber warſt Du nicht damals ein Halbwilder, Du armer Burſche? Glaubſt Du, die Richter hätten einen ſo milden Spruch über Dich ver⸗ hängt, wenn ſie nicht Dein Verbrechen wie ich würden angeſehen haben?“
„Auch das Blut eines Schurken iſt Menſchenblut, mein guter Herr!“ ſtöhnte Martin.—„Ich habe es vergoſſen, ohne daß ich zur Nothwehr gezwungen ward, und Niemand hat ſich zum Werke der Gerechtigkeit auf⸗ zuwerfen, als der Vollſtrecker des Geſetzes! Kerker und Ketten machen eine That nicht ungeſchehen, ſo wenig wie Reue und Buße! Und daß ſpäter die Schlechtigkeit des Menſchen, den ich tödtete, an's Tageslicht kam und


