Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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wieder gut zu machen? Glaubſt Du, daß Alles ge⸗ ſühnt iſt, weil Du Deine Strafe, die das Geſetz über Dich verhängte, überſtanden haſt? Denkſt Du, an Deinen Händen klebe jetzt weniger vergoſſenes Men⸗ ſchenblut, als früher? O mein Gott, Herr Baron, ſo iſt mir's in dem Augenblick geweſen, und ich hab' ge⸗ glaubt, ich müſſe vergehen!“

„Beruhige Dich, Martin!“ antwortete das Männ⸗ chen ernſt.—„Ich ſehe nun, daß jenes Bild furcht⸗ bare Erinnerungen in Dir wachrufen mußte, wenn ich auch vorhin das Gegentheil ſagte,— ich ſehe es ein, mein armer Burſche, aber einer ſolchen ſchmerzlichen Ueberraſchung halber haſt Du doch nicht Urſache, Dich von Neuem völliger Muthloſigkeit hinzugeben! Martin, wofür hältſt Du mich?“

„Sie ſind die Güte und Menſchenliebe ſelber, Herr Baron!“ erwiderte der Lange bewegt.

„Das habe ich nicht wiſſen wollen! Glaubſt Du, ich unterſtütze den Laſterhaften, den Böſewicht? Du langes, ſchwermüthiges Unthier, ſehe ich aus wie Einer, dem es ein Vergnügen macht, bei verruchten Mördern Vaterſtelle zu vertreten?“

„Ach, gnädiger Herr, ich weiß ſchon, worauf Sie, mir zum Troſte, hinzielen wollen! Aber mein Gewiſſen geht härter mit mir um, als Sie es thun! Ich habe