Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

184

aus ſeinem Ausſehen, vielleicht iſt auch kein mütter⸗ liches Erbtheil da. Die Folge eines Liebesromans zwiſchen Euch Beiden würde ganz einfach ſein, daß der alte Graf entweder Einem von Euch oder Euch Beiden den Laufpaß ſchriebe und dann wäre Dein Zweck ver⸗ fehlt, denn ich kann mir nicht denken, daß Du in den Grünſchnabel vernarrt biſt, die Du nie Jemanden ſonſt noch auf der Welt geliebt haſt, als Dich ſelber!“

„Du gehſt von Vorausſetzungen aus, die—“

„Still, Thereſe! Leute wie wir thun am Beſten, unter ſich jede Sache beim rechten Namen zu nennen. Wir werden uns durch zwei Worte verſtändigt haben. Du biſt meine mir geſetzlich angetraute Frau. Sobald Du mich meinem Schickſale überlaſſen wirſt, iſt das Deinige hier beſiegelt, biſt Du aber entſchloſſen, an unſerem gemeinſchaftlichen Glücke zu arbeiten, ſo laſſe ich Dir nicht allein freien Spielraum, ſondern ich för⸗ dere auch Dein Treiben mit aller mir zu Gebote ſte⸗ henden Schlauheit. Aber ich weiß noch etwas Beſſeres als dieſe Liebſchaft mit dem jungen Fant. Hat er nicht vorhin erklärt, Du vermögeſt den alten Grafen um den Finger zu wickeln? Gut, Du wirſt den Alten heirathen. Sind noch mehr Kinder da, als dieſer junge Mann? Wohl nur nooch die Kleine, die ſich dort einen Kranz windet?“