33
„Nun,“ fuhr der Diener fort,„Fräulein Emmy ging, die gnädige Comteſſe an der Hand, und in die Mitte gelangt, brachen die modrigen Birkenpfeiler unter ihnen zuſammen—
Ein leiſer Ausruf ertönte von den Lippen der Zuhörer.
„Das Geſchrei der Comteſſe und des Fräulein Emmy,“ redete der Diener weiter,„rief Leute herbei, die in der Nähe arbeiteten— ſie retteten die Comteſſe Agnes, die mit den Kleidern an einem Strebepfeiler hängen geblieben war, aber die Gouvernante vermochten ſie nicht zu retten, der heftige Wildbach hatte ſie über das ſpitzige Geſtein den Schloßberg hinab mit ſich fortgeriſ⸗ ſen, man fand ihren zerſchmetterten Körper auf halbem Wege zum Thale. Der Herr Graf werden begreifen, daß wir Comteſſe Agnes, die während der ganzen Nacht nicht ſchlafen konnte, heute nicht im Schloſſe zurückzuhal⸗ ten vermochten!“
Die Kleine ſchluchzte fort. Der Graf preßte ſein Kind heißer als zuvor an ſich. Dann hielt er dem Sohne die Hand hin, und ſagte bewegt:„Die Vorſehung hat ſichtlich uns alle beſchirmt— ich glaube an unſer Glück, Karl!“
Der Graf küßte das Kind mehrmals und ſtellte es dann wieder auf den Boden.


