29
„Wie?“ fragte er—„Werden wir ſogleich von Bardenfeld nach Heiligenbrunn fahren? Unſere Koffer liegen noch bei dem verunglückten Zuge!“
„Sie enthalten ja keine Dinge von beſonderem Werthe!“ entgegnete der Graf—„Chriſtoph wird dem Inſpektor des Bahnhofes unſern Gepäckſchein übergeben; was dann von unſeren Effekten noch gefunden ſein wird, mag er nach Heiligenbrunn expediren, das wird jeden⸗ falls das Einfachſte ſein!“
„Aber der Herr Graf ſind in durchnäßten Kleidern!“ brummte der alte Diener.
„Bin ich das nicht hundertmal auf der Jagd ge⸗ weſen, Alter?“ rief der Graf lachend—„Du biſt mit Deiner ewigen Beſorgniß ein närriſcher alter Burſche!“
„Aber—“ begann Karl zögernd—„wir ſollten doch den Transport der Verwundeten in Bardenfeld ab⸗ warten, Vater,— es befinden ſich arme Leute darunter — denen wir—“
„Ich verſtehe!“ unterbrach der Graf ſeinen Sohn —„Du haſt recht, Karl! Wir werden noch bleiben. Ob wir mit einigen Hundert Thalern mehr oder weniger nach Hauſe kommen, was liegt daran? Bringen wir doch das Leben heim und die alte Fröhlichkeit!— Das arme Geſchöpf, deſſen Du Dich annahmſt“— fuhr er


