Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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richtete ſich einer der Herren, der ungeachtet der Jahres⸗ zeit vom Hals bis zu den Fußſpitzen hinab in einen ſchweren, koſtbaren Pelz gehüllt war, von ſeiner heinahe liegenden Stellung auf, und ſtarrte zuerſt einen Augen⸗ blick durch das Fenſter, das ſich ihm zunächſt befand, und dann zu ſeinem Reiſegefährten hinüber.

Dieſer, nur durch einen leichten ſchottiſchen Plaid gegen die Morgenfriſche geſchützt, hatte die Augen ge⸗ ſchloſſen und ſich langgeſtreckt auf die weichen Polſter zurückgelehnt, den Vorderſitz als Fußſchämel benutzend.

Er war ein junger, hübſcher Mann, mit weichen, beinahe mädchenhaften Geſichtszügen, und mochte kaum älter als zwanzig Jahre ſein, während das volle Antlitz des Andern den hohen, jedoch kräftigen Vierziger ver⸗ kündete. 4 Beide Männer gehörten unſtreitig der Ariſtokratie an, dies verrieth nicht allein die Klaſſe, mit der ſie fuhren, oder ihre äußere Eleganz, ſondern auch der Ausdruck ihrer Mienen.

Die Züge des anſcheinend Schlafenden ſpiegelten bei aller Weichheit in ihren Umriſſen doch eine gewiſſe Zuverſicht wieder, jenes ſtolze Gefühl der Abkunft und Unabhängigkeit, deren der vornehme und begüterte Adelige ſich jederzeit bewußt zu ſein ſcheint, ſelbſt dann, wenn er ſich im Umgange mit Seinesgleichen gehen

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