Als er dort das Siegel des Briefes brach, war es ihm, als breche auch zugleich ſein Herz.
Und jetzt glitt ſein Blick über das von der Lampe ſcharf erhellte, geöffnete Papier.
Er las:
„Dein ganzes nichtswürdiges Treiben iſt den Fer⸗ vals und mir enthüllt. Die gefälſchten Oraviczaer Pa⸗ piere des Baron Lenz und ein Billet Deiner Helfers⸗ helferin Liſette ſind in den Händen Ferval's, die Iden⸗ tität der Handſchrift jener Dokumente mit derjenigen des Briefes, welcher Thereſe verdächtigte, iſt erwieſen. Ferner iſt uns der unumſtößlichſte Beweis geliefert wor⸗ den, daß Du es wareſt, der das Attentat auf Thereſe ausgeführt, die Taufe verhindert, das anonyme Schrei⸗ ben dem Baron dikirt und den argloſen Mann There⸗ ſens in die Nähe der berüchtigten Gräfin gelockt hat. Die jungen Eheleute haben ſich mit einander verſtändigt und ausgeſöhnt, in dieſem Augenblick erfährt Frau von Heuber Dein ſchändliches Vorgehen. Von ihr haſt Du nichts mehr zu boffen; wie Ferval gegen Dich verfah⸗ ren wird, weiß ich noch nicht— mache Dich auf Alles
gefaßt! Leopold Weidner.“ Als Stahl von dieſen Zeilen wieder aufblickte, die er, mit Entſetzen erfüllt, überflogen hatte, begannen ſeine


