Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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Stahl blieb ſtehen und ſtarrte ſchmerzerfüllt vor ſich hin.

Wohl hatte er ſoeben noch erklärt, daß ihm an derleichtſinnigen Dirne nichts gelegen ſei, dennoch liebte er ſeine ſchöne, ſtolze Tochter Ottilie, und ihr ari⸗ ſtokratiſcher Unabhängigkeitsſinn flößte ihm, wenngleich er ihn despotiſch jederzeit bekämpfte, eine Art Achtung vor ihr ein. Und ähnlich war es mit Robert. In ihm ſah er ſich ſelber verjüngt, er war aufgebracht auf ihn, weil Robert ſich keck der väterlichen Autorität entzog und ihm zu trotzen wagte, und er liebte ihn dennoch um ſei⸗ ner kühnen Verſchlagenheit willen. So waren ihm ſeine beiden ungerathenen Kinder, die er ſchon tauſendmal verwünſcht hatte, in's Herz gewachſen, ſie waren, außer der Luſt am Spiel und Luxus, ſein einziges Glück, aber zugleich auch ſeine Hölle.

Plötzlich ſchreckte der Fabrikant aus ſeinem ſchmerz⸗ vollen Brüten empor. Er hörte vom Gange das Hallen raſcher Schritte.

Unmittelbar darauf öffnete ſich die Thür des Wohn⸗ zimmers. Robert trat ein.

Stahl ſtürzte ihm entgegen.

Wo iſt Ottilie? rief er haſtig.

Fort! war Robert's gelaſſene Antwort.

Du lügſt! ſchrie Stahl entſetzt.

Fabrikanten und Arbeiter. III. 20