Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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können, ohne daß die Gräfin und der Baron davon eine Ahnung haben konnten, Anton war im Begriff geweſen, die Thür, welche zu dem kleinen Salon führte, zu öffnen, als er die Stimmen Juliens und des Barons vernommen hatte. Unwillkürlich war er lauſchend ſtehen geblieben, und hatte ſo gehört, was ihn aus allen ſeinen Himmeln reißen und mit niederſchmetternder Gewalt ſein Gemüth treffen mußte. Der Schlag war um ſo fürchterlicher geweſen, je unerwarteter er gekommen war. Am Ziel ſeiner kühnſten Wünſche ſich wähnend, eine ſtille, reizende Zukunft vor Augen, war ihm plötzlich in ſchonungsloſeſter Weiſe enthüllt worden, daß er dem Weibe, an dem ſeine ganze Seele hing, nichts ſei, daß ſie die Grauſamkeit ſo weit getrieben habe, ſich ſeiner zu bedienen, um ihren ehrloſen Verführer deſto ſicherer an ſich zu feſſeln. Und nun dieſe entſetzliche Ueberzeugung wie ein verherrender Blitzſtrahl plötzlich über ihn gekom⸗ men, hatte ſie nicht allein das Herz des armen jungen Mannes zerriſſen, aus deſſen Gemüth ohnehin erſt ſeit wenigen Tagen die düſtere Schwermuth gewichen war, ſondern auch ſeinen Geiſt augenblicklich mit Wahnſinn umnachtet.

Nachdem er die grauenvolle That begangen hatte, verließ Anton, wie der Leſer weiß, das Haus der Garde⸗

gaſſe.