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„Mama, gehen wir doch!“ murmelte Ottilie jetzt ungeſtümer.—„Du hörſt ja,“— flüſterte ſie, nur ihrer Mutter vernehmlich—„man legt es hier darauf an, uns zu demüthigen!“
„Ja ja, ma ville!“ ſtotterte die Gattin Stahl's, die in der That in dieſem Augenblick roth wie ein Krebs erſchienen wäre, hätte die dickaufgelegte Schminke nicht bei ihr jeglichen Farbenwechſel ihres Angeſichtes ver⸗ hüllt.—„Adieu, Pauline! Schau, daß Du bald nach Hauſe kommſt, das ſage ich Dir! Wenn Du einmal erſt wieder auf biſt, werde ich ſchon dafür ſorgen, Dir Deine hiſtoriſchen Grillen zu vertreiben!“
Frau Stahl ſchritt haſtig zum Bette und ſtreckte eine ihrer behandſchuhten Fetthände der liegenden Tochter zum Handkuß hin. Dieſe aber, die ſich erſchöpft fühlte, hatte die Augen geſchloſſen und murmelte nur:„Leben Sie wohl, Mutter!“
Nachdem die dicke Frau ſo einige Sekunden lang die Hand vergeblich ausgeſtreckt hatte, zog ſie dieſelbe unwillig zurück.
„Ihre Dienerin!“ ſchnob ſie Weidners zu und rauſchte, von Ottilien gefolgt, die dem würdigen Paare vornehm zunickte, ohne ihre Schweſter eines Blickes zu würdigen, zur Thüre hinaus.
Das Wort„Närrin!“ ſchwebte Weidner auf der


