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In dem ſchmalen Korridor des erſten Stockes kam ihnen die alte Köchin der Hausfrau entgegen und führte ſie in das an das Geſchäftskabinet ſtoßende Wohn⸗ zimmer der Familie. Dort war Niemand anweſend denn Weidner war ausgegangen, die Frau aber hatte ihre Wirkſamkeit in der Küche eingeſtellt, und ſaß nun neben dem Bette Paulinens.
Als Frau Stahl und Ottilie ſich in dem kleinen, niedrigen Wohnzimmer allein ſahen, blickten ſie mit un⸗ verhelter Geringſchätzung um ſich her.
„Sehen Sie nur die elende Einrichtung, Mama,“ flüſterte Ottilie naſerümpfend,„es iſt wahrhaftig nicht anders, als befänden wir uns bei einem Handwerker, und ſelbſt ein ſolcher hat heut' zu Tage faſt beſſere Mö⸗ bel aufzuweiſen, als dieſe Leute hier, die für ſo reich gelten!“
„»O mon Dieh!“ liſpelte die korpulente Dame, indem ſie die kleinen Augen voll Abſcheu umherrollen ließ.—„Es iſt hier gemein, Du haſt recht, man er⸗ kennt den Vogel an ſeinen Federn, ma ville! Und dieſe dumpfe Luft hier! Gib mir Dein Parfüm, Ottilie, und ſchauen wir, daß wir mit dieſer Viſite bald zu Ende kommen!“
Ottilie reichte der Mutter lachend ein Flacon, die
es öffnete und daran ſchnob, als gelte es, mit dem In⸗


