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„Geht man ſo ſtolz an Bekannten vorüber?“ liſpelte die Gräfin von ihrem Platze aus.
Stahl ſtammelte eine Entſchuldigung, und zeigte ſich entzückt, die Gräfin ſo unvermuthet zu finden. Dann ſtellte er ſeinen Begleiter vor. Man wechſelte einige höfliche Worte, darauf erhielten die Herren eine Einladung, ſich zu ſetzen. Sie leiſteten derſelben Folge.
Die Gräfin bot allen Zauber der Unterhaltung auf, ſie war unwiderſtehlich, freilich unwiderſtehlich wie eine Demimonde⸗Dame ſein kann. Bald richtete ſie wie zufällig mehr das Wort an Ferval als an den Fabrikanten, der ſich vorzugsweiſe mit der Geſellſchafte⸗ rin beſchäftigte.
Stahl bemerkte mit innerer Luſt, daß Ferval ſich raſcher durch die Plaudereien und das verführeriſche Weſen der Gräfin angeregt fühlte, als er es erwartet hatte. Der Blick des jungen Mannes hing unverkennbar mit immer lebhafter ſteigendem Intereſſe an den ſchönen Lippen und dunklen, leidenſchaftlich ſprühenden Augen der koketten Plauderin. Mochte die Stimmung, in der Ferval die Tafel verlaſſen hatte, dazu beitragen, daß der reizenden Gräfin gegenüber ſo bald gänzlich die Wolke von ſeiner Stirne wich, welche ſie kaum noch von Zeit zu Zeit verdüſtert hatte, genug, der junge Mann ſchien völlig auf ſich und ſeinen Schmerz vergeſſen zu haben.


