Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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in Ihnen aufdämmern ließ, um Sie dann das Opfer Ihrer Unerfahrenheit werden zu laſſen?

Thereſe blickte in ſprachloſer Erſtarrung auf Stahl. Sie wähnte zu träumen. 3

Wie, dachte ſich Stahl, während er forſch end 4 die Miene der keines Wortes mächtigen jungen Frau prüfte,wenn ich da zufällig das Rechte getroffen hätte, ohne es zu ahnen? Das käme mir gelegen! Sie iſt au⸗ genſcheinlich beſtürzt!

Die verſchleierten, forſchenden Augen Liſettens er⸗ weiterten ſich in dem gleichen Momente, und ſchienen dasſelbe zu ſagen.

Der Schreck des Schuldloſen, einer unerwarteten furchtbaren Anklage gegenüber, gleicht nur zu oft in ſeinen äußeren Symptomen der Beſtürzung des entlarv⸗ ten Verbrechers, und reicht hin, ſelbſt das reinſte Ge⸗ müth zu verdächtigen.

Aber Thereſe erholte ſich bald.

Wie? 29 rief ſi entrüſtet in höchſter Aufregung, zu einer ſolchen Frage hätte Sie mein Mann berech⸗ tigt? Ich kann es, ich darf es um ſeiner Ehre willen nicht glauben! 4

Thereſe, entgegnete Stahl, indem er ſeinem Ant⸗ litz den Ausdruck der größten Theilnahme gab und in ſeine Stimme ſo viel ihm möglich war den Klang der