Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Ihre Züge waren ruhig, wie die einer Verklärten, und trugen den Ausdruck ſtiller Ergebung in das Unabän⸗ derliche. Nur als Franz eintrat zuckte aus ihren Augen ein ſchmerzlicher Blitz und bebten ihre Lippen kaum be⸗ merkbar. Franz gewahrte dieſe Symptome einer plötzlich auftauchenden inneren Erregung, und deutete dieſe zu ſeinem Nachtheile.

Kummervoll und zögernd that er einige Schritte vorwärts. In ſeinem Angeſicht waren Beſorgniß, Schmerz, tiefe Erſchütterung und innige Theilnahme er⸗ greifend ausgeprägt. In ſeiner Herzensqual mühte er ſich, Worte zu finden, die das lebhaft ausdrücken möchten, was durch ſeine Seele ging.

Pauline ſah dieſe Qual. Und das herrliche Mäd⸗ chen ließ den jungen Mann nicht zu Worten kommen. Mit dem ſanften Lächeln einer ergebenen Dulderin ſtreckte ſie ihm ihre Rechte entgegen.

„Laſſen Sie es gut ſein, Herr von Weidner,“ ſagte ſie mit matter Stimme,„ich ſehe Ihnen an, was Sie fühlen und mir ſagen wollen. Kränken Sie ſich nicht, Sie tragen ja keine Schuld an dem Unglücke. Gott hat gewollt, daß es ſo kommen ſollte!“

Franz eilte zum Bett, ergriff Paulinens ausge⸗ ſtreckte Hand, küßte dieſe heftig und benetzte ſie, vom