*
31
noch ſo viel Zeit einen ängſtlich forſchenden Blick auf
den Sohn zu werfen, der wie vernichtet daſtand, und ihm zuzuflüſtern:„Iſt auch Dir etwas geſchehen, Franz? Sprich!“
„Nichts, nichts, Mutter!“ murmelte Franz faſt tonlos zurück.—„Aber ich wollte, nicht dieſes zarte Mädchen, ſondern mich hätte der Hufſchlag des Pferdes getroffen! Und doch iſt Gott mein Zeuge, daß ich nicht die Schuld an dem trage, was geſchehen iſt!“
„Laß' die Worte!“ fuhr Weidner ſtrenge dazwi⸗ ſchen.—„Es handelt ſich um ein Menſchenleben, und um eines, das der Mutter und mir theuerer iſt, als Du glauben magſt, Burſche!“
Franz ſenkte den Kopf und trat zurück. Er faßte den Sinn deſſen nicht, was der Vater geſprochen hatte, aber er war auch zu verſtört, als daß er darüber hätte nachdenken können. Frau Weidner drängte im nächſten Augenblicke Vater und Sohn ins nächſte Zimmer, denn es galt, Pauline zu entkleiden, ihre Wunden zu unter⸗ ſuchen und dieſe vorläufig zu verbinden, ſo gut es gehen wollte. Die Arbeiter waren auf den Korridor hinausgetreten und harrten dort unaufgefordert auf ir⸗ gend einen Wink, den ihnen vielleicht ihr geliebter Herr geben mochte. Dort ſtand auch ihr Gefährte mit dem


