Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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nen Mutter ſuchte im erſten Augenblick mehr den ge⸗ liebten, einzigen Sohn, als das arme Mädchen. Der Fabrikant aber ſtarrte ſeinen Sohn nur ſekundenlang finſter und ſtrenge an, und blickte dann auf das Antlitz der Getragenen, das die Blutſpuren beim erſten Anblick unkenntlich machten.

Plötzlich aber entfärbte ſich Weidners Angeſicht; er hatte das Mädchen erkannt, an dem ſeit Kurzem ſein Herz hing.

Pauline! ſchrie er entſetztEs iſt Pauline!

Ja, Pauline Stahl! murmelte Franz zerknirſcht. Das unglückliche Mädchen erhielt einen Hufſchlag und ward vom Wagen geſtreift, indem ſie heldenmüthig einen Knaben rettete, der auf der Gaſſe niederſtürzte. O mein Gott, ich weiß kaum, wie das alles zugegan⸗ gen iſt, ich bin troſtlos!

Frau Weidner hatte, als der Name Paulinens aus⸗ geſprochen wurde, einen Schrei ausgeſtoßen. Jetzt ſtand ſie als entſchloſſene Frau nicht bebend, weheklagend und rathlos da, ſondern ſie war ſogleich bei der Hand, alles zu richten, was ſich für den Augenblick ohne ärztliche Hülfe thun ließ. Die Mägde mußten Waſſer, Lein⸗ wand, Eſſig bringen, während Pauline ins Schlafzimmer der Hausfrau getragen ward. Und während Frau Weid⸗ ner ſelber um die Unglückliche bemüht war, gewann ſie