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unabhängig, das eine bietet uns die Tante, ſollen wir uns dereinſt, wenn auch nur um unſeres Kindes willen, den Vorwurf machen müſſen, das andere mit Füßen von uns geſtoßen zu haben? Und warum ſollte unſere Ehre darunter leiden, wenn wir nach hieſigem Geſetze gewiſ⸗ ſermaßen nur den Bundebeſtätigen laſſen, den wir nur in einfacherer Form, aber doch geſetzlich, in Deiner Hei⸗ math eingegangen ſind? Wenn dieſes,“ fügte ſie zaghaft hinzu,„immer um unſeres Kindes willen, Charles, ein Prieſter jenes Glaubens thäte, dem ich angehöre, dem anzugehören Dein Kind ohnehin beſtimmt war, was kann es Dir, dem Manne, machen, der über engherzige Vor⸗ urtheile hinaus iſt? Die Aufwallung ließ Dich ein Wort ausſprechen, die Liebe mache es vergeſſen, die Liebe zu Deinem Kinde. O Charles, alle Wege führen zu Gott, auf denen man ihn ſucht, warum nicht jenen wählen, der geebnet vor uns liegt?“
Die junge Frau ſchwieg, ihr Blick hing in angſt⸗ voller Unruhe an den Lippen ihres Mannes.
Dieſer wollte ſprechen. Da ward draußen vor der Wohnung ſtark angeläutet. Die Magd war ausgeſchickt worden. Ferval warf einen zärtlichen Blick auf ſeine Frau und ging hinaus. Thereſe blieb mehrere bange Minuten allein, die Hände auf das klopfende Herz gedrückt. Sie


