Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Fluch ihres Kindes verheißen hatte. Ferval erkannte dies wohl, aber er gab ſich nicht den Anſchein, es zu erkennen.

Thereſe, ſagte er in ernſtem, jedoch ſanftem Tone,man verlangt von uns, daß wir durch das Be⸗ gehren einer kirchlichen Einſegnung eingeſtehen, ſeither in ungeſetzlicher Gemeinſchaft gelebt zu haben. Hältſt Du ein ſolches Geſtändniß für mit unſerer Ehre ver⸗ träglich? Wie, wenn ich es nun lieber vorziehen ſollte, den Staub eines Landes von meinen Füßen zu ſchütteln, das unſere Rechte nicht anerkennt, wenn ich lieber dem Golde der Tante entſagen möchte, um, wie noch vor Kurzem, frei und unabhängig mit den Meinen inmei⸗ ner Heimath zu leben, die im natürlichen Rechte des Menſchen kein Vergehen gegen die Geſellſchaft ſieht?

O Charles, erwiederte die junge Frau ſchmerz⸗ lich,unabhängig ſagſt Du? Wir haben kein Vermögen, Du haſt als Künſtler noch keinen Namen. Um nur in Deine Heimath zurückkehren zu können, müßten wir die Güte der Tante in Anſpruch nehmen. Du haſt in Brüſ⸗ ſel Deinen Wirkungskreis aufgegeben, während ſich Dir hier ein ſolcher bereits eröffnet. Unabhängig ſagſt Du? Und wenn Dich eine Krankheit niederwerfen ſollte, was Gott verhüten möge, wie dann? Reichthum im Verein mit ehrenhafter Lebensklugheit machen wahrhaft frei und