Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ferval ſanft, indem er milde lächelte.Iſt er denn ſchlechter als jeder andere?

Thereſe erröthete zitternd.

O mein Gott, entgegnete ſie haſtig und den Blick zu Boden ſenkend;Du weißt, Charles, wie ich über Alles das denke! Es iſt nur der Tante wegen, daß ich frage!

Thereſe ſchaute wieder auf und ſah ihren Gatten faſt flehend an. Dieſer blickte ihr tief in die Augen. Zum Erſtenmale hatte ſie ſeit den acht Tagen durch ein, wenn auch flüchtiges Wort verrathen, was ihr Inneres beſtürmte und ſie mit zartfühlendem Gemüthe zu ver⸗ bergen beſtrebt geweſen war. Es lag in der haſtig hin⸗ geworfenen Frage der jungen Frau mehr als die Sorge um das zukünftige leibliche Wohl des Kindes.

Thereſe beſaß einen freidenkenden Geiſt, aber ſie hatte ſich doch nicht losgeſagt von der Religion, in der ſie aufgewachſen war, und welche die erſten gläubigen Träume ihrer Kindheit erſtehen ließ, die mit der Erin⸗ nerung an jene holde Zeit verwoben blieben, wenn The⸗ reſe auch in reiferen Jahren über fie hatte lächeln müſ⸗ ſen. Der Gedanke, daß ihr Sohn evangeliſch werden könne, erſchreckte die aufgeklärte Frau zwar nicht, deſto mehr aber quälten ſie jetzt, kaum wagte ſie ſich dieſes zu geſtehen, die letzten Worte des Prieſters, der ihr den