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chen worden. Aber ein tiefer, ſtiller Schmerz hatte ſich aus ihnen emporgerungen.
Ferval ſchwieg und blickte auf den Boden. Es war, als kämpfe er mit ſich, ob er reden ſolle oder nicht. Endlich blickte er auf und ſchickte ſich an, die Lippen zu öffnen. Aber Thereſe unterbrach ihn.
„Vergib, Charles,“ ſtammelte ſie in fieberhafter Haſt, denn ihre innere Qual war bis auf's Höchſte ge⸗ ſtiegen,„daß ich Dich von Deiner Arbeit fortgezogen, und Dich nöthige, mir Rede zu ſtehen. Ich ertrage die⸗ ſen Zuſtand der Ungewißheit nicht länger. Was haſt Du wegen unſeres Kindes beſchloſſen?“
„Was ich beſchloſſen habe?“verſetzte Ferval lang⸗ ſam und ausweichend.—„Warum ſollen wir uns jetzt
ſchon beeilen, Thereſe? Unſer Kind iſt erſt zehn Tage alt. In einigen Wochen kann ſich Vieles ereignen. Was macht es uns, wenn unſer Knabe durch ein paar Wo⸗ chen ungetauft bleibt? Es iſt das ſogar der“— hier zögerte Ferval einen Augenblick und ſetzte dann mit lei⸗ ſer Betonung hinzu—„proteſtantiſchen Sitte gemäß.“
„Wie, Charles,“ antwortete die junge Frau mit unſicherer Stimme,„Du wäreſt alſo wirklich geſonnen, unſer Kind in Deinen Glauben aufnehmen zu laſſen?“
„Und wenn wir das nun thäten?“ entgegnete


