Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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wahr? Und doch wird man ſich mit Befriedigung da⸗ von abwenden, denn die verſöhnende Geſtalt dahinten

macht Alles wieder gut. Sie habe ich aber Deiner Ein⸗ gebung zu verdanken, liebe Thereſe. O, es iſt ein Glück für den Künſtler, wenn er ein denkendes und feinfüh⸗ lendes Weib beſitzt.

Thereſe verſuchte zu lächeln, aber die bis jetzt ge⸗ waltſam unterdrückte Thräne tropfte zugleich über die bleiche Wange.

Sei ruhig, mein Herz, flüſterte der junge Mann ſchmeichelnd,und vertiefe Dich nicht ſo in das Bild dort, Du biſt jetzt noch ſo nervös! Komm', ſetzte er hin⸗ zu, indem er ſich erhob und ſeine Gattin von der Staf⸗ felei fortführte,ſieh nicht dorthin! Ich begreife, daß Dich in Deinem überreizten Zuſtande der Anblick der armen Frau ungewöhnlich aufregen muß. Da die Zeit drängt, hätte ich im anderen Zimmer malen ſollen. Aber Du ſelber wollteſt das nicht. Komm, blick' auf unſer Kind, ſieh nur, wie lieb es dort ſchlummert!

Ja, verſetzte Thereſe traurig,es ſchläft ſo ſüß wie das andere auf Deinem Bilde, aber es erinnert mich auch daran, daß ſich uns kein Retter zeigen will, der uns mit dem Schickſal verſöhnt!

Die Worte waren leiſe und ohne Vorwurf geſpro⸗