7
ſame Fügung! Schon vor Monaten war der Plan zu dem Bilde entworfen worden, und wie paßte dieſes jetzt, wenn auch nicht zu ihrer Lage, doch zu ihrer Stimmung! Thereſe mußte den Blick unwillkürlich von dem lächeln⸗ den Säugling des Gemäldes auf ihr ſchlummerndes Kind richten. Erſchien ihr nicht die Zukunft ihres Kna⸗ ben in dieſem Augenblick ſo ungewiß und düſter, wie es nur diejenige eines armen, kaum erſt ausgeſetzten Fin⸗ delkindes ſein kann?
Sie ſtieß einen leiſen Seufzer aus, ihr Körper ſchwankte; ſie mußte ſich auf die Lehne des Seſſels ſtützen, auf dem ihr Mann ſaß. Dieſer wendete ſich um.
„Ah, Du biſt da!“ ſagte er mit zärtlichem Blick und liebevollem Lächeln.—„Ich hörte Dich in der That nicht kommen.“
Ferval gewahrte, daß im Auge ſeiner Frau eine hräne ſtand.
„Was iſt Dir, Kind?“ ſagte er beſorgt, Pinſel und Palette zur Seite legend, und ſodann Thereſens ſchmale, weiße Hand erfaſſend.—„Du regſt Dich wie⸗ der auf, das muß Dir ſchaden. Ah,“ fuhr er fort, als er nun dem Blicke ſeiner Gattin folgte, die von Neuem auf das Bild ſtarrte,„jetzt ſehe ich's, mein Bild hat Dich ſo ergriffen! Geſteh's“ ſetzte er mit freudigem Stolze in Blick und Ton hinzu,„mein Bild erſchüttert, nicht
2


