Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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nungen für ſeine künſtleriſche und ſomit auch materielle Zukunft ſetzte, und das er für die Kunſtausſtellung be⸗ ſtimmt hatte. Der Gegenſtand des nahezu fertigen Bil⸗ des war folgender: Eine arme, abgehärmte junge Frau befindet ſich im tiefen Schnee an der Schwelle des Fin⸗ delhaufes, dieſem, durch Noth und Verzweiflung getrie⸗ ben, ihr Kind zu übergeben. Sie hat das Körbchen, in dem ihr Kind lächelnd ſchlummert, vor die Thüre geſetzt, hat angeläutet, und entflieht nun mit dem Ausdrucke unſäglichen Schmerzes in Blick und Geberde. In eini⸗ ger Entfernung, im Schatten eines Häuſervorſprunges, ſteht eine Geſtalt, welche an die erſchütternde Situa⸗ tion, die der Maler gewählt hat, einen für den Beſchauer des Bildes wohlthuenden Abſchluß fügt, ein alter, wohlgekleideter Herr, der mit der Theilnahme eines Menſchenfreundes ſich anſchickt, der armen Frau zu folgen, um ihr zu helfen. Dieſe Geſtalt verſöhnt mit der anfänglich einen peinlichen Eindruck erweckenden Idee des Künſtlers.

Ferval gab, wie geſagt, die letzten Pinſelſtriche an das Bild, das mit ergreifender Wahrheit gemalt war. Er arbeitete emſig und gewahrte nicht, daß ſich ſeine blaſſe, junge Frau hinter ihn geſtellt hatte, und ihm über die Schulter blickte.

Thereſe ſtarrte auf das Bild. Sie zitterte. Selt⸗