Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Alles endlich zur Sprache kommen

waren nicht acht Tage verſtrichen und das Kind noch ungetauft?

Thereſe hatte keine Freundin, die zwiſchen ihr und

ihrem Manne hätte vermitteln können, Pauline, das wie eine Schweſter zärtlich beſorgte Mädchen, die ſie mit der Innigkeit der Sympathie und Dankbarkeit liebte, das einzige Weſen, welches eine unumwundene Verſtän⸗ digung der beiden zartſühlenden Menſchen hätte herbei⸗ führen können, wie Thereſe überzeugt war, wurde am Tage nach der unterbrochenen Taufhandlung durch ihre Eltern abberufen, und hatte dem Befehle mit Schmerzen Folge leiſten müſſen. Sie war während dieſer neun Tage zu verſchiedenen Malen gekommen, ſich nach dem

efinden Thereſens und des Kindes zu erkundigen, ſie hatte auch mit weiblichem Inſtinkte erkannt, was The⸗ reſe drücke, da aber dieſe ſchwieg, ſo hatte auch ſie ge⸗ ſchwiegen.

Am zehnten Tage ertrug die junge Frau, die ſich ſo weit vom Wochenbett wieder erholt hatte, daß ſie um⸗ hergehen konnte, dieſen Zuſtand der Dinge nicht länger.

Es war Morgen. Das Kind lag ſchlafend im Bettchen. Thereſe und Ferval befanden ſich allein im Zimmer. Der junge Mann ſaß an einer Staffelei, die und malte. Er ſtand im auf das er große Hoff⸗

er an's Fenſter gerückt hatte, Begriff, ein Bild zu vollenden,