Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Wenn er ſich entſchließen könnte, ſagte ſie ſich zagend,das ausgeſprochene Wort zurückzunehmen, dann dann hätte er es ſicher ſchon längſt gethan! Er weiß ſo gut wie ich, was für unſer Kind auf dem Spiele ſteht. Aber er liebt mich und ſein Kind und ahnt ſicher, was in mir vorgeht. Ich will, ich kann ihn nicht drängen! Wenn ſein Zorn verraucht iſt, wird er das Rechte zur Ausgleichung dieſes peinlichen Zuſtandes finden, ich hoffe es zu Gott!

Das hatte ſich Thereſe in den erſten Tagen nach jenem Vorfall geſagt. Ferval war, nachdem er von der Tante abgewieſen worden, ohne ſie geſehen zu haben, niedergeſchlagen nach Hauſe zurückgekehrt, dann aber ſchien er ſich, vom nächſten Tage an, in das Unabän⸗ derliche zu fügen, jedenfalls ſprach er zu ſeiner Frau kein Wort, woraus ſie hätte ſchließen können, daß ſein Ideengang ſich ihren geheimen Wünſchen nähere. Er ward, anfangs verſtimmt und nachdenklich, von Tag zu Tag zuverſichtlicher, wie ein Menſch, der einen unwan⸗ delbaren Entſchluß gefaßt hat und ſich nun in ſeinen Vorſatz hineinlebt. Aber er ſprach dieſen Vorſatz noch immer nicht aus. Thereſe zitterte. Berührte er nicht den Gegenſtand, weil er fürchtete, ihre Hoffnungen mit einem Schlage zu vernichten? Und doch, mußke nicht