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„Sie wollen unſer Kind nicht taufen, Ehrwür⸗ den,“ ſtammelte er, indem der Angſtſchweiß auf ſeiner Stirne perlte,„wie es der Ehre meiner mir vor Gott und Menſchen angetrauten Gattin angemeſſen iſt?“
„Die Kirche erkennt ſolche Trauung, die keine iſt, nicht an,“ murmelte der Geiſtliche mit erhobe⸗ ner Stimme,„und nur nach vollzogenem Akt einer kirchlichen Trauung können Sie darum einſchreiten, dieſes Kind als ein legitimes erklären zu laſſen!“
Ferval war außer ſich.
„So laſſe ich es proteſtantiſch taufen!“ rief er.
Die Tante Thereſens zuckte zuſammen und machte eine ungeſtüme Bewegung.
„So viel ich weiß,“ murmelte der Geiſtliche kalt, „muß ſich die proteſtantiſche Kirche den Geſetzen des Landes fügen!“
„Nun deun,“ rief Ferval bebend,„ſo mag der proteſtantiſche Diener Gottes uns trauen, aber nicht der Diener der Intoleranz!“
„Ich habe nur eine Antwort darauf,“ entgegnete der Geiſtliche mit markdurchſchneidender Stimme, die 16*


