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anderen Tiſche, nahm von dort ein Papier und überreichte es dem Geiſtlichen.
„Hier iſt er!“ ſagte er in einem Tone, der gereizt und zugleich vorwurfsvoll klang.
Der Geiſtliche legte das Papier gelaſſen ausein⸗ ander und überflog es mit prüfendem Blick.
„Das iſt kein Trauſchein!“ ſagte er dann ernſt, vom Papier auf den Vater des Kindes ſchauend.
„O doch, Ehrwürden!“ verſetzte Ferval mit beben⸗ der Stimme und nun erbleichend.—„Es iſt eine Be⸗ ſtätigung des Brüſſeler Maire, vor dem wir unſere Hei⸗ rathserklärung abgelegt und die Ringe gewechſelt haben. Dort iſt ſeine Unterſchrift und das Magiſtratsſiegel!“
„Und wo haben Sie den Trauſchein, mein Herr?“ begann der Geiſtliche von Neuem.—„Die kirchliche Beſtätigung?“
„Ich beſitze keine!“ antwortete Ferval zuverſicht⸗ lich, mit Mühe ſeine Gereiztheit zurückhaltend.—„In meinem Vaterlande bedarf man keiner zweiten Trauung,
die Erklärung vor dem Maire genügt. In unſerem Lande iſt die Civilehe geſetzlich!“
Fabrikanten und Arbeiter. I. 16


