weit, daß ſie, ſo oft ſie in ihrer Equipage fuhr, ſich auf den Boden des Wagenkaſtens zu ſetzen pflegte, mit den Hunden ſpielend, die ſich auf den Sitzpol⸗ ſtern hin und her kollerten. Und ſo lagen und hockten ſie denn auch im Hauſe auf Tiſchen, Stühlen und Fen⸗ ſterbrettern.
Als Stahl und Liſette eintraten, ſtand die Gebie⸗ terin, oder richtiger Sklavin dieſer Hundeſchaar in der Mitte des Zimmers, von Tellern und kleinen Schalen umgeben, deren Inhalt zum Theil auf dem Boden aus⸗ geſchüttet war. Trotz ihrer ſiebenzig Jahre war ſie eine noch rüſtige Frau, die nur dann, wenn die Gicht ſie heimſuchte, an einem Stocke ging. Nebſt einer hohen Geſtalt hatte ſie faſt männliche, tiefgefurchte aber flei⸗ ſchige Züge, ihre Lippen bedeckte ein kleines dunkles Bärtchen, an ihrem Kinne wachſen vereinzelt lange Haare. An ihrer Naſe bemerkte man die Spuren des Tabakſchnupfens, ihr faſt gänzlich weißes Haupthaar war in Unordnung, wie gewöhnlich. Sie trug ein reiches Atlaskleid, auf dem die Spuren von Hundepfoten ſicht⸗ bar waren, aber dieſes Kleid war hinten nicht zugeneſtelt, ſondern klafft: weit auseinander,— Frau von Heuber ging nie anders als in einem Kleide, das ſtets koſtbar ſein mußte, hinten aber offen blieb, ſo daß ſie eine Man⸗
Fabrikanten und Arbeiter. I. 4 15


