214
Antons ſchmale Wangen überflog eine brennende Röthe. Er zitterte.
„Darnach werde ich trachten,“ ſagte er, indem ihm faſt die Stimme verſagte,„und darauf hinaus geht mein ganzes Denken! Wenn ich auch elend ausſehe, werde ich doch ſo gut wie früher arbeiten können!“
„Hm, Sie glauben das?“ war Weidners Ant⸗ wort—„Ich will Ihnen etwas ſagen, Anton. Sie waren erſt beim Militär und dann im Strafhauſe,— das eine macht den Mann nicht immer fleißiger, das andere nicht von Herzen beſſer—!“
—„Wenn Sie Erkundigungen bei meinem Haupt⸗ manne einziehen wollten, Herr von Weidner,“ verſetzte Anton,—„mein Verhalten iſt weder beim Militär noch im— im Strafhauſe“— Anton ſtockte und ſetzte dann mit bebender Stimme kaum hörbar hinzu—„im Strafhauſe getadelt worden! O nehmen Sie ſich mei⸗ ner an“— fuhr er lebhaft, die Hände faltend, fort— „wenn Sie mir Arbeit geben, geben Sie mir auch mei⸗ nen guten Namen wieder, wenigſtens eine beſſere Mei⸗ nung von mir den rechtſchaffenen Menſchen. Heißen Sie mich jetzt gehen, dann— dann bin ich vielleicht ver⸗ loren!“ 1
Der Blick des armen Anton hing beinahe fieber⸗ haft an den Lippen Weidner's.


