15
„Mörder, Räuber!“ ſchrie er zu gleicher Zeit, aber jetzt in deutſcher Sprache—„Hab' ich Dich?!“
„Was Mörder!“ donnerte der handfeſte Mann, indem er mit einer ſeiner eiſernen Fäuſte die zarten Hände des jungen Mannes von ſeinem Halſe ſchleuderte, während die andere noch immer die Bruſt des Gegners gepackt hielt.—„Ich bimauf den Schuß, den ich gehört hab', hieher gelaufen. Was iſt da geſchehen? Wer ſeid Ihr 2
„Um Gottes willen, laßt ihn los, er iſt mein Mann!“ ſchrie die junge Frau, trotz ihres entſetzlichen Zuſtandes ſich heftig aufraffend und zwiſchen ihren Gatten und den Fremden werfend.
Dieſer aber ließ nicht los.
„Wie? So habt Ihr Eure Frau umbringen wol⸗ len?“ rief er—„Und Euch vielleicht obendrein?“
„Sie irren,“ ſtammelte die junge Frau, ſich er⸗ ſchöpft an ihren Gatten lehnend,—„ich— ich ward angefallen!“
Der Mondenglanz beleuchtete jetzt grell die Gruppe, welche von den Dreien gebildet wurde.
Der zuletzt Angelangte war ein breitſchulteriger, unterſetzter Mann. Er trug die Kleidung eines Arbei⸗ ters. Die tiefgefurchten Züge ſeines breiten Antlitzes
waren öffen und ehrlich, nnd ſogar jetzt noch, wo er die


