Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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jenem anfänglich emporſtrebenden Pfade, der ſich von Neuwaldegg bis zum benachbarten Orte Pötzleinsdorf erſtreckt.

Der Weg lag völlig vereinſamt vor ihr da, die Schatten der zahlreichen hohen Bäume, die ihn über⸗ ragten, ließen ihn in ſeinen Windungen faſt unheimlich erſcheinen, und die zur Rechten und Linken hie und da aus Gebüſch und Waldesdüſter anftauchenden Stämme, die oft wunderliche Geſtalten bildeten, waren keineswegs geeignet, die Phantaſie eines einſam auf dem Pfade Dahinſchreitenden in traulicher Weiſe zu beſchäftigen.

Dennoch ging die junge Frau anſcheinend ſorglos vorwärts, ihr Blick, wenn ſie nicht gezwungen war, ihre Aufmerkſamkeit auf die Unebenheit des von Baumwur⸗ zeln durchlaufenen Bodens zu richten, ſpähete ſogar mit einer gewiſſen Zuverſichtlichkeit voraus; die junge Dame erwartete alſo unſtreitig, daß ihr Derjenige bald ent⸗ gegenkommen werde, nach dem ſie forſchend den Weg entlang ſah.

Gleich zu Anfang, als ſie das Gehölz betreten hatte, war ihr geweſen, als kniſtere das dichte Gebüſch zur Linken und ducke ſich eine Geſtalt hinter dasſelbe nieder. Sie hatte, einen Moment argwöhniſch, ihren Schritt gehemmt und zur Seite geblickt, aber ſie hatte nichts geſehen als einen Nachtvogel, der plötzlich durch's