Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Gezweige huſchte, und dem dahinflatternden Thiere auch das erſte Geräuſch zugeſchrieben. Dann, nachdem ſie weiter den Pfad emporgeſtiegen, hatte ſie wohl bald hin⸗ ter ſich, bald in einiger Entfernung zur Seite, von Zeit zu Zeit ein kaum hörbares Raſcheln und Kniſtern ver⸗ nommen, aber was konnte das anderes bedeuten, als daß ein Vogel ſich rege, oder eine Eidechſe ſich durch's Ge ſtrüpp über Moos und Stein ſchlängle? Geht doch in abendlicher Stille durch einen einſamen Wald manch ſeltſames Geräuſch, das völlig harmloſen Urſprunges iſt! Das ſagte ſich wohl die junge Dame, als ſie ſo ruhig und unverdroſſen weiter ſtieg, ohne von Neuem hinter ſich oder zur Seite zu blicken.

Und ſie ahnte nicht, daß dasjenige, was ſie für eine flüchtige Täuſchung ihrer Sinne gehalten hatte, Wirk⸗ lichkeit geweſen war. In der That hatte hinter dem Gebüſch, das beim Eintreten der jungen Frau in das Gehölz ſekundenlang ihre Aufmerkſamkeit auf ſich zog, ein Mann in lauernder Stellung gekauert, die Hände krampfhaft in das Moos gekrallt, den Oberkörper vor⸗ übergebogen, den Blick voll fieberhafter Glut auf die wenige Schritte vor ihm entfernt vorüberſchreitende Dame gerichtet.

Ein Schauer hatte den Mann durchrieſelt, als ſie ſo nahe an ihm dahinrauſchte, und haſtig hatte er in