Gärten an die romantiſchen Hügel geſchmiegt, ſo wohn⸗ lich und elegant aus der ſie faſt rings umgürtenden Waldung hervorlugen.
Dieſe Dame war eine junge, modiſch, doch einfach gekleidete Frau.
Sie trug ein lichtes Bardgekleid mit Volants, eine ſchwarze Spitzenmantille und einen italieniſchen Strohhut.
Ihre Züge waren edel geformt, geiſtreich, und hat⸗ ten zugleich einen wohlwollenden, herzgewinnenden Aus⸗ druck. Aber ihr ſchönes, freundliches Antlitz trug auch die Spuren einer gewiſſen Abgeſpanntheit, die ſelbſt den Blick ihrer dunklen ſeelenvollen Augen dämpfte; eine zarte Bläſſe überzog die Wangen, welche, wenn auch nicht eingefallen, doch ſchmal genug waren, um auffal⸗ lend gegen die faſt üppige Erſcheinung der Dame zu kon⸗ traſtiren. Sagen wir es gleich: Der verſchleierte Blick, der gewiſſermaßen leidende Ausdruck des Angeſichts, Gang, Haltung und die Umriſſe ihrer Taille verkünde⸗
ten, daß die junge, anmuthige Frau in geſegneten Um⸗
ſtänden ſei.
Sie hatte ſich unter der Veranda der Villa von einer alten Dame verabſchiedet, und ſchritt jetzt, das letzte Haus Neuwaldeggs hinter ſich laſſend, langſam in das Halbdunkel des Gehölzes hinein, und zwar auf


