20 5 Kammerfenſter.
Zufaͤllig ſtand die Drechslerbude naͤchſt dem Hoſemanniſchen Gewoͤlbe, deſſen Beſitzer dem Magiſter jenes Achtelloos aufgedrungen hatte, an welchem ſeine letzte Hoffnung hing. Lan⸗ ge kaͤmpfte Homilius mit den Koͤrben und Ho⸗ cken der Landleute, die den kleinen Laden aus⸗ fuͤllten, kehrte ſich jetzt zu ſeiner tief betruͤb⸗ ten Familie und ſprach— Chrißtine, meine Tochter, tritt indeß auf den Kellerhals dort, und laß deine Bruͤderchen nicht von der Hand. Sie mauſen auch Knaben, zum Seiltanz; du ſelbſt biſt nicht ſicher. Ich bleibe in der Na⸗ he; verſucht man dich, ſo ſchreie nur und fluͤchte dich zu Hoſemanns.
Ey, ſieh da, Hochwohlehrwuͤrden! rief der Laden⸗Diener: Sie kommen recht zur be⸗ ſten Stunde.
Komm ich zu dieſer: fiel der Paſtor, Troſt ſchoͤpfend ein: ſo wird mir der Herr Gevatter ein Darlehn von etlichen Gulden nicht verſa⸗
gen.


