Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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Krone an ſein Haus zu bringen, offen hervor. Da durch den Tod des Gegenkönigs Karls X.(des Kardinals von Bourbon) der franzöſiſche Thron wieder erledigt war, nämlich im Sinne der damaligen Legitimiſten, ſo hatte der Herzog von Mayenne die Reichsſtände zur Wahl eines neuen rechtgläu⸗ bigen Königs berufen. Bei der Verſammlung derſelben erſchien nun der Herzog von Feria, als Philipps II. Geſandter, und gab ſich, im Auftrag ſeines Monarchen, alle mögliche Mühe, um die Anſprüche der Infantin Iſabella ins Licht zu ſtellen und zu dieſem Ende die Abolition des ſaliſchen Geſetzes zu bewirken. Der fernere Plan Philipps II. beruhte nun dar⸗ auf, daß einer der Erzherzöge von Oeſterreich, Ernſt oder Maximilian, durch eine Vermählung mit der Kronpräten⸗ dentin Iſabella den franzöſiſchen Thron an ſeine Familie bringe; vorzugsweiſe hatte Philipp dabei den Erſteren von jenen Beiden im Auge. Dieſer Plan wollte jedoch den franzö⸗ ſiſchen Reichsſtänden nicht gefallen. Ungeachtet aller politiſch⸗ religiöſer Partheileidenſchaften, durch welche das unglückliche Frankreich nun ſchon ſeit Jahren den traurigſten Bürgerkrieg zu erdulden hatte, war das Nationalgefühl doch noch nicht erloſchen; es regte ſich jetzt ſo mächtig, daß die Intriguen des fremden Herrſchers keinen Anklang finden konnten. HeinrichlV. benutzte klug alle Schwierigkeiten, welche Philipps Plan bei dem franzöſiſchen Nationalgefühl vorfand, zu ſeinem eigenen Vortheil. Viele ſeiner Gegner hatten nicht umhingekonnt, bei näherer Kenntniß der perſönlichen Liebenswürdigkeit Hein⸗ richs IV. deſſen Vorzüge ſchätzen zu lernen, insbeſondere deſſen hohen ritterlichen Sinn, welcher dem franzöſiſchen Nationalcha⸗ rakter ſo ſehr entſpricht und imponirt. Ueberdieß hatte ſich das hitzige Fieber der Anarchie, welches Philipp II. beſonders in Paris durch ſeine Agenten ſo eifrig zu unterhalten gewußt,