Zweites Kapitel.
Die franzöſiſchen Angelegenheiten verſlochten ſich auch jetzt noch immer in die niederländiſchen. Die fortgeſetzte Theilnahme Philipps II. für die erſteren erhielt die Re⸗ publik der vereinigten Provinzen fortwäͤhrend im Stande, ſo⸗ wohl die errungenen Vortheile, zu behaupten, als auch neue dazu zu gewinnen.
König Heinrich IV. hatte die Republit abermals um Hülfstruppen gebeten, welche ihm dieſelben auch bereitwillig zu⸗ geſtand; während anderſeits der junge Graf Karl von Mans⸗ feld, die königlich ſpaniſchen Truppen, welche Parma bei Arras zuſammengezogen hatte, dem Herzog von Mayenne und den Lig uiſten in Frankreich zuführte. Dieſe Gelegenheit glaubten die Staaten nicht verabſäumen zu dürfen, und ſandten deß⸗ halb den Grafen Philipp von Naſſau mit ungefähr 3000 Mann gegen das Herzogthum Luxemburg, um dort einen Einfall zu unternehmen. Er verſuchte 38 vergeblich St. Vit zu über⸗ raſchen; plünderte und verbrannte einige Dörfer in Luxemburg und Limburg, richtete jedoch übrigens ſehr wenig aus, und mußte ſich zurückziehen, als Graf Barlaimont mit königlichen Trup⸗ pen heranrückte. Während dieſer Zeit rückte Karl von Mans⸗ feld ungehindert in die Pikardie, bemächtigte ſich Noyens, Imbercourts und St. Valerys.
Philipp II. trat damals mit ſeinem Plan, Frankreichs


